Wrestlemania 35 | Endlich mal wieder eine Feelgood-Show

Am 7. April 2019 war es wieder so weit, das Highlight jedes Wrestlingfans stand vor der Tür: Wrestlemania. Zum 35. Mal fand das jährliche Wrestling-PPV statt. Austragungsort war das MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey. Insgesamt 16 Matches bekamen die Zuschauer zu sehen.

Kickoff-show: Buddy Murphy (c) vs. Tony Nese um den Cruiserweight Championship

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Wrestlemania startet mit dem Titelkampf um den Cruiserweight Championship in den Abend. Und Buddy Murphy und Tony Nese liefern ab und präsentieren ein aufregendes Match – nicht der beste Kampf, der in einem PPV von Cruiserweights gezeigt wurde, aber immer noch wirklich stark und mal wieder ein Beweis dafür, dass diese Typen wirklich mehr Aufmerksamkeit verdienen. Sowohl Budy Murphy wie auch Tony Nese haben Szenen, die für beide den Sieg hätten bedeuten können. Am Ende gewinnt der Herausforderer, der Championtitel wechselt. Es ist fast schon etwas schade, dass dieses Match das allererste an diesem langen Abend war, denn am Ende hatte man den spannenden Fight fast schon wieder vergessen.

kickoff-Show: Women’s Battle Royal

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Zum zweiten Mal findet die Womens Battle Royal bei Wrestlemania statt – und wie beim ersten Mal muss man leider sagen, dass es kein sehr gelungenes Match war. Ich wusste nicht mit wem ich mitfiebern soll, zu uninteressant fand ich die Beteiligten. Und meine Güte gab es hier viele Botches. Wenn diese Battle Royal etwas beweisen konnte, dann, dass WWE momentan wirklich nicht viele gute Wrestlerinnen unter Vertrag hat oder die falschen in den Mittelpunkt stellt. Am Ende gewinnt Carmella, die sich im Laufe des Matches versteckt hatte und so nur noch Sarah Logan aus dem Ring werfen musste.

kickoff-show: Curt Hawkins and Zack Ryder vs. The Revival (Dash Wilder and Scott Dawson) (c) um den raw tag team championship

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Curt Hawkins startete in dieses Match mit über 150 Niederlagen in Folge, die Chancen für The Revival standen dementsprechend gut. Aber wer hätte das gedacht? Curt Hawkins holte den Titel für sich und seinen Teamkollegen Zack Ryder. Eine richtige Überraschung und der erste Feelgood-Moment des Abends – leider aber wohl auch die wiederholte Bestätigung dafür, dass es nun endgültig entschieden ist, dass The Revival WWE demnächst verlassen werden.

kickoff-show: ANdré the Giant Memorial Battle Royal

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Wieso sollte man hier um den heißen Brei herumreden? Jeder ahnte, dass Braun Strowman gewinnen wird und so kam es dann letztendlich auch. Schade fand ich persönlich, dass es am Ende des Matches nicht zu einem ernsthaften Kampf zwischen den Hardy-Brüdern und Strowman gekommen ist, sondern eher ein klamaukiger Weg eingeschlagen wurde, als das “Monster among Men“ am Ende Colin Jost, Talkshow-Host und Comedian, gegenübersteht und dementsprechend keinem ernsthaften Gegner.

Brock Lesnar vs. Seth Rollins um den wwe universal championship

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Es hätte wohl niemand gedacht, dass die richtige Wrestlemania-Show direkt mit einem solchen Knaller beginnt. Wie Paul Heyman auf den Ring zustürmt, um zu verkünden, dass Brock Lesnar bestimmt nicht stundenlang im Backstage wartet bis er dran ist, wenn er schon nicht im Main Event kämpfen darf, war amüsant – und glaubwürdig. Dass Lesnar Rollins anschließend minutenlang verprügelt, ohne dass das Match begonnen hätte, hat bestimmt bei vielen Zuschauern die Angst geweckt, dass dies erneut ein typisches Dominanzmatch des Kämpfers wird. Doch das wurde es zum Glück nicht. Seth Rollins gewinnt nach drei Curb Stomps und wir dürfen uns freuen, den Titel wieder öfter bei den WWE Rostern sehen zu dürfen.

AJ Styles vs. Randy Orton

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Das wohl uninteressanteste Match des Abends – und ich sage das als Fan von Orton und Styles. Es ging um nichts, der Beef zwischen den beiden hat keine wirkliche Storyline. Für mich ist Orton zudem immer schon nahezu verschwendet, wenn er nicht innerhalb der ersten fünf Minuten seinen RKO zeigt. Dieser Move macht ihn einfach aus. AJ Styles gewinnt am Ende, was sich irgendwie gerechtfertigt anfühlt.

The Usos (Jimmy Uso and Jey Uso) (c) vs. Ricochet and Aleister Black vs. The Bar (Cesaro and Sheamus) vs. Shinsuke Nakamura and Rusev um den smackdown tag team championship

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Wie erwartet wurde dieses Match fantastisch. Jedes Team hatte seine eigenen großen Momente, lediglich Rusev und Shinsuke sind etwas unter dem Radar geblieben. Vor allem die Szene, in der Cesaro Ricochet minutenlang mit seinem Swing dreht macht irre viel Spaß – den Zuschauern daheim und dem Publikum vor Ort. Großer Kritikpunkt ist hier allerdings die Laufzeit, ein Fatal Four-Way Match sollte doch ohne Frage länger als 10 Minuten andauern. Am Ende gewinnen The Usos völlig verdient.

Shane McMahon vs. The Miz

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Bei diesem Aufeinandertreffen war ich beim Lesen der Match-Card wohl am skeptischsten. Und am Ende von Wrestlemania kann ich sagen: Das war das Match des Abends. Die Matchart Falls Count Anywhere wurde bedingungslos ausgenutzt und so kämpften sich The Miz und Shane durch die ganze Halle. Auch war es schön zu sehen, dass die Storyline der Fehde weitergeführt wurde: So wird der Vater von The Miz wieder einbezogen, als dieser sich schützend vor seinen am Boden liegenden Sohn stellt. Shane etabliert sich in diesem Moment außerdem wieder als Heel, er greift den im Wrestling ungeübten Vater tatsächlich an. Highlight war ohne Frage die Aktion, bei der The Miz einen Suplex an Shane ausführt – von einer erhöhten Tribüne. Am Ende gewinnt Shane McMahon, was natürlich kein sehr schöner Schlusspunkt ist, aber diese Storyline wirkt auch noch nicht auserzählt, dementsprechend werden wir wohl noch einige Matches zwischen diesen beiden Typen sehen.

The Boss ’n‘ Hug Connection (Bayley and Sasha Banks) (c) vs. The Divas of Doom (Beth Phoenix and Natalya) vs. The IIconics (Billie Kay and Peyton Royce) vs. Nia Jax and Tamina um den women’s tag team championship

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Das nächste Match um einen Tag Team Championship, das nur 10 Minuten Laufzeit zur Verfügung gestellt bekommt. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass keine der Frauen so wirklich überzeugen konnte, alles wirkte doch sehr hektisch und unkoordiniert. Am Ende gewinnen The IIconics überraschend den Titel. Man wird abwarten müssen, was der Plan mit den Neulingen ist, aber erstmal bewerte ich den Sieg als positiv, da hierdurch endlich mal wieder frischer Wind in die Women’s Division kommt.

Daniel Bryan (c) vs. Kofi Kingston um den wwe championship

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So ziemlich jeder Wrestlingfan hatte eine Hoffnung für Wrestlemania: Kofi Kingston wird neuer WWE Champion. Dementsprechend beliebt ist Kofi beim Publikum und das hat man während des ganzen Matches durchgehend gespürt. Die Crowd war wach und motiviert. Und es hat geholfen: Kofi Kingston gewinnt zum ersten Mal in seiner Karriere den WWE Championship! Und das wird dann auch ordentlich gefeiert: Mit seinen Teamkollegen von The New Day und mit seinen kleinen Kindern, die ihren Papa ganz stolz bejubeln. Ohne Frage: DER Feelgood-Moment des ganzen Abends. Die Führungsetage hat also auf die Zuschauer gehört – gut so. Wie es jetzt mit Daniel Bryan weitergeht, wird interessant anzusehen sein. Sein Gimmick wurde derart aufwendig aufgebaut und als Heel ist er tatsächlich sehr unterhaltsam – ich hoffe, das bleibt noch eine Weile so und er kehrt nicht so schnell wieder zu dem für mich persönlich unerträglichen Image als Babyface zurück.

Samoa joe (c) vs. Rey Mysterio um den united states championship

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Samoa Joe verteidigt mit seinem Coquina Clutch den Titel. Das Match dauerte gerade einmal 1:00 Minute. Natürlich hätte ich die beiden gerne länger gesehen, aber es scheint so, als hätte sich Rey Mysterio kurz vor Wrestlemania verletzt. Folglich war er nicht fit genug, um zu kämpfen. Samoa Joe sieht in diesem Szenario natürlich brillant aus, sein Image als grummeliger Killer wird ohne große Mühe bestätigt.

Roman Reigns vs. Drew McIntyre

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Roman Reigns gewinnt in seinem ersten Match nach seinem krankheitsbedingten Ausfall. Leider kann ich mich hierüber nicht so recht freuen, der Ausgang hinterlässt sehr gemischte Gefühle. Auf der einen Seite ist es das unbestritten Richtige: Reigns ist an Leukämie erkrankt, besiegte den Krebs und natürlich sollte er dann auch seinen Wrestlemania-Moment feiern dürfen. Gleichzeitig herrscht bei vielen Fans jetzt aber schon wieder die Angst vor, denn es beschleicht einen das vage Gefühl, dass Reigns den gleichen Weg gehen wird, wie schon vor seinem Ausfall. Das heißt, dass er jedes Match gewinnen und immer Over sein wird. Könnten wir schon bald wieder an dem Punkt ankommen, an dem Reigns wieder vom Großteil des Publikums gnadenlos ausgebuht wird? Warten wir ab, ich vermute diesen Weg und ein baldiges Match zwischen Rollins und Reigns um den Universal Championship.

Triple H vs. Batista

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In diesem Match wurde es oldschool. So zieht Triple H Batista mit einer Zange dessen Nasenpiercing raus und erinnert uns damit alle an eine Zeit, in der WWE noch verrückt war. Das Match an sich war natürlich nicht das absolute Highlight des Abends, aber es hat Spaß gemacht, diesen beiden Herren, die offensichtlich wirklich Freude an dem empfinden, was sie da gerade tun, zuzuschauen. Am Ende gewinnt Triple H – mit der Hilfe von Ric Flair und seinem Sledgehammer.

Kurt Angle vs. Baron Corbin

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Das letzte Match von Kurt Angle. Also sollte doch klar sein, wer gewinnt, oder? Kurt Angle natürlich. Falsch gedacht. Barin Corbin fährt hier tatsächlich den Sieg ein und das kommt mehr als überraschend. Natürlich ist niemand so wirklich glücklich mit diesem Ausgang, man hätte Kurt Angle einen sauberen und positiven Abgang gewünscht, aber wenn man mal darüber nachdenkt, so erkennt man, dass diese Aktion so viel über diesen Mann aussagt. Denn ich vermute, dass Angle der Matchsieg angeboten wurde, er aber ablehnte, weil es ihm wichtiger war, einen jungen Wrestler bei seinem Charakteraufbau als Heel zu unterstützen, als sich selbst gebührend verabschieden zu lassen.

Bobby Lashley (c) vs. Finn Bálor um den intercontinental championship

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Das Highlight dieses Matches war der Auftritt von Finn Bálor in seinem Demon-Gimmick. Das zu sehen, macht den Zuschauern einfach immer Spaß – und irritiert die Kontrahenten. Dies traf auch auf Bobby Lashley zu, der sichtlich nervös beim Auftritt des Demons wurde – und so eingeschüchtert, dass es Bálor relativ leicht fiel, sich den Titel zu schnappen. Er ist nach einem sehr zackigen und schnellen Match neuer Intercontinental Champion.

Ronda Rousey (c Raw) vs. Charlotte Flair (c SmackDown) vs. Becky Lynch um den Smackdown women’s championship und den raw women’s championship

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Im Main Event von Wrestlemania standen dieses Jahr zum allerersten Mal Frauen. Das gab es noch nie. Und vielleicht war dies einer der Gründe dafür, dass die Crowd für diesen Kampf wieder wach wurde. Gut war, dass mit Charlotte und Becky tatsächlich die beiden Wrestlerinnen im Mittelpunkt des Kampfes standen, Ronda wurde zwar immer wieder Teil des Matches, war aber gefühlt eher eine Randfigur. Leider habe ich mir etwas mehr von diesem Match erhofft, irgendwie wirkte alles etwas unstimmig. Vor allem beim Ende habe ich mich gefragt, ob es in dieser abrupten Form tatsächlich geplant war. Aber eigentlich ist das alles relativ egal, denn Fan-Favoritin Becky Lynch gewinnt zum Abschluss von Wrestlemania beide Titel.

Fazit

Dieses Jahr hat Wrestlemania wirklich viel Spaß gemacht. Zwar waren die Segmente zwischen den Matches nicht wirklich spannend, einige Menschen werden sich aber sicher gefreut haben, Männer wie Hulk Hogan oder John Cena wiederzusehen. Es gab hauptsächlich spannende Matches mit überraschenden Ausgängen. Und endlich durften die Fans mal wieder einige der bei den letzten Wrestlemanias schmerzlich vermissten Feelgood-Momente feiern.

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