Game of Thrones|Staffel 8 Folge 5: The Bells

Die letzte Staffel von Game of Thrones ist da. Zitternd erwartet die Welt den Ausgang der legendären Serie. Es gilt eine riesengroße SPOILERWARNUNG!!!!!!!

Folge 5: The Bells

Das Intro

Wie gewohnt führt uns das Intro nach Letzter Herd, Winterfell und Königsmund. Die blauen Bodenplatten sind noch da, ebenso ist Winterfell immer noch zerstört. Viele Informationen zur bevorstehenden Folge gibt uns das Intro dieses Mal leider nicht.

Was passiert in der fünften Folge?

Wir beginnen in einem kleinen Kämmerchen, in dem Varys sitzt und Briefe schreibt. Der Inhalt? „Er ist der wahre Erbe des Eisernen Throns“. Bald wird also die ganze Welt wissen, dass Jon der rechtmäßige König ist.

Wir folgen Varys weiter. Er bespricht sich mit Jon, der mitteilt, dass die Armee des Nordens bald in Königsmund eintreffen wird. Das scheint Varys jedoch gar nicht so sehr zu interessieren, er klärt Jon lieber über den schlimmen Zustand von Daenerys auf. Sie habe seit Tagen nichts gegessen und wirke sehr zerstreut. Durch die Blume gibt er Jon zu verstehen, dass er dessen wahre Herkunft kennt und ihn als guten, gerechten und weisen Herrscher sieht.

Tyrion will Daenerys mitteilen, dass sie verraten wurde, doch sie ahnt es bereits und nimmt es dem Lennister vorweg. Wir erinnern uns: Daenerys wurde ein dreifacher Verrat prophezeit und einer von diesen steht noch aus. Sie erwartet also bereits schlechte Nachrichten und kennt auch sofort den Schuldigen, nämlich Jon. Tyrion erklärt dann zwar noch, dass Varys den Verrat begangen hat, für die Drachenkönigin ist ihr ehemaliger Lover trotzdem schuldig. Hätte er seine Familie nicht über seine wahre Herkunft aufgeklärt, hätte Sansa nicht ihr Intrigennetz spinnen können. Wo sie recht hat, hat sie recht. Hervorzuheben ist, dass Daenerys in dieser Szene optisch wirklich völlig fertig aussieht. So haben wir die Drachenkönigin noch nie gesehen, das Geschehene scheint sie emotional mitgenommen zu haben. Zumindest wollen uns die Macher noch einmal daran erinnern.

Varys ist in der Zwischenzeit wieder zurück in sein Kämmerchen gegangen und schreibt weiter Briefe, als sich von draußen laute Schritte nähern. Er ahnt, was nun passieren wird, verbrennt in Ruhe den Brief und legt seine Ringe ab. Dann treten Grauer Wurm und andere Soldaten durch die Tür und führen ihn ab.

Im Freien angekommen steht Varys nun vor Daenerys, Jon und Tyrion. Der Lennister beichtet, dass er seiner Königin die Wahrheit über Varys‘ Pläne erzählt hat. Daenerys verurteilt ihn daraufhin zum Tode. Toll inszeniert ist hierbei der Auftritt von Drogon. Denn erst, als Daenerys in der Auflistung ihrer Titel bei „Mutter der Drachen“ angekommen ist, tritt der Drache langsam aus der Dunkelheit hinter Daenerys und Jon. Mit dem Befehl „Dracarys“ verabschieden wir nun also Varys aus der Serie. Was soll man an dieser Stelle sagen? Irgendwie bleiben hier gemischte Gefühle zurück. Zum einen ist es von der Drachenkönigin nur konsequent, Verräter zu eliminieren und die Szene ist auch wirklich toll inszeniert. Zum anderen sitzt man vor dem Geschehen und ist erschrocken, wie schnell schon wieder alles geht. Es gab Zeiten, da haben sich Verrate über Folgen hinweg gezogen, um Spannung aufzubauen. Dafür haben wir, das dürfte mittlerweile bekannt sein, keine Zeit mehr.

Daenerys und Grauer Wurm betrauern Missandei, als Jon den Raum betritt. Nachdem die Drachenmutter erneut versucht, die alte Liebe neu zu entfachen, Jon aber beim Geknutsche nicht mitmacht, scheint für Daenerys klar zu sein, dass sie nun völlig isoliert ist. Auch seine Zusage, dass er in ihr immer noch seine Königin sieht, scheint an ihren Plänen nichts mehr zu ändern. Jetzt ist für sie die Zeit gekommen, in der die Angst regieren muss. Wir ahnen Schlimmes…

Oder doch nicht? In der nächsten Szene bespricht sich Daenerys mit Tyrion. Er erklärt, dass das Läuten der Glocken in Königsmund das Signal zur Aufgabe ist und dass man danach auch sofort mit dem Kampf aufhören sollte. Die Message kommt scheinbar an, Daenerys nickt und betont, dass Tyrannen nie mehr regieren sollten und Gnade ihr größtes Gut ist. Also doch keine Mad Queen? Wir wissen, was in einigen Minuten passieren wird und dass die Drachenkönigin doch völlig durchdreht. Aber in der Aufeinanderfolge dieser beiden Szenen schaffen es die Macher, uns ein wenig irritiert und ratlos zurückzulassen. Ein Hauch von (einigermaßen) gutem Writing weht durch das GoT-Universum. Endlich mal wieder. Am Ende der Szene offenbart Daenerys Tyrion, dass man seinen Bruder in Gefangenschaft hält und schwört, dass dies das letzte Mal war, dass ihre Hand sie enttäuscht hat.

Ganz ohne Badass-Momente kommen wir natürlich auch in dieser Folge nicht aus. Arya und der Bluthund erklären einem Soldaten ganz nonchalant, dass sie jetzt nach Königsmund reiten, um Cersei zu töten. Aufgehalten werden sie in diesem Moment jedenfalls nicht.

Tyrion sucht Jaime auf. Er soll Cersei überzeugen, sich zu ergeben und wenn es nur wegen des ungeborenen Kindes ist. Schon wieder? Wirklich? Immerhin zieht Jaime seinem Bruder den Zahn sehr schnell, indem er betont, dass Cersei niemals kapitulieren wird. Tyrion will nicht, dass seine Geschwister sterben und erklärt Jaime einen Fluchtplan. Sollte Daenerys jemals herausfinden, dass er seinem Bruder und Cersei zur Flucht verholfen hat, würde er zwar hingerichtet werden, das würde Tyrion jedoch in Kauf nehmen. Und jetzt wird es tatsächlich sehr emotional. Tyrion dankt Jaime. Dafür, dass er ihn als Kind gut behandelt hat und immer an seiner Seite stand. Wie die Brüder sich hier verabschieden, ist nicht nur rührend, sondern zeigt dem Zuschauer auch direkt an, dass man diese beiden Figuren wohl nicht mehr gemeinsam sehen wird. Wo sind die Taschentücher???

Es wird hektisch. In Königsmund beziehen die Soldaten Stellung, das Volk macht sich auf den Weg in den Roten Bergfried. Unter den Menschenmassen befinden sich auch der Bluthund, Arya und Jaime. Die Armee der Drachenkönigin steht vor den Toren. Cersei beobachtet alles vom Palast aus. Dann wird das Tor zum Roten Bergfried geschlossen. Viele sind nicht in den „sicheren“ Unterschlupf gekommen, darunter auch Jaime. Es herrscht ein wildes Geschrei, Panik bricht aus. Und dann wird es immer leiser und leiser und leiser…

Und aus dieser Stille greift Daenerys auf Drogon die Eiserne Flotte an. Gewandt weicht sie den Scorpions aus und zerstört diese komplette Verteidigungslinie auf einen Schlag. Macht das Sinn, wenn wir in der letzten Folge gesehen haben, wie leicht es Euron und Co. gefallen ist, Rhaegal mehrfach hintereinander zu treffen? Naaaaaja.. daran werden sich die Geister wohl scheiden. Auf der einen Seite könnte man natürlich argumentieren, dass Rhaegal nicht von Daenerys geritten wurde und dementsprechend nicht so gut agieren konnte wie jetzt Drogon. Außerdem handelte es sich bei dem Angriff aus Folge 4 ja auch um eine Überraschung und jetzt sind die Positionen vertauscht. Auf der anderen Seite hat der Angriff von Euron wirklich kinderleicht ausgesehen. Wie auch immer. Die Szene hat für mich riesigen Spaß gemacht, vor allem weil sie so herrlich kompromisslos ist.

Und so geht es auch weiter: Daenerys greift mit Drogon die Goldene Kompanie an und öffnet fast nebenbei auch noch die Tore zu Königsmund. Auch hier kann ich die Diskussionen förmlich schon hören: Ist die Rolle der Goldenen Kompanie, immerhin die größte und berühmteste Gruppe von Söldnern, zu klein? Ja, irgendwie hat man schon noch einige coole Kampfszenen mit ihnen erwartet. Aber auch hier überwiegt für mich wieder das Gefühl der absoluten Kompromisslosigkeit. Ich habe mich in den letzten Folgen immer aufgeregt, wenn die Kriege geplant wurden und der Fakt, dass man Drachen besitzt dabei absolut keine Rolle gespielt hat. Zu sehen, dass Drogon jetzt den entscheidenden Unterschied im Kampf um den Thron macht, ist für mich fantastisch. Und vor allem konsequent.

Qyburn unterrichtet seine Königin vom Verlust aller Scorpions, der Flotte und der Goldenen Kompanie. Cersei antwortet darauf, dass Königsmund auch heute nicht fallen wird. Aber sehen wir da tatsächlich so etwas wie minimale Unruhe in ihrem Blick?

In der Stadt begegnen sich die Lennister-Armee und die Truppen der Drachenkönigin. Die landet derweil auf einem Hausdach. Und dann geben die Bösen einfach auf. Der Anführer der Lennister-Armee lässt sein Schwert fallen, man hört, dass nach dem Läuten der Glocken verlangt wird. Anspannung liegt in der Luft. Und dann ertönt tatsächlich das Signal zur Aufgabe. Die Drachenkönigin schaut noch einmal voller Wut und Hass zum Palast hinauf, aber der Krieg ist vorbei, sie hat gewonnen und kann jetzt in Friede und Gnade das Volk regieren.

Nope. Daenerys beschließt, dass sie die ganze Stadt verbrennen wird. Wow. Dieser Moment, in dem Drogon nach der Kapitulation wieder Feuer speit, ist einfach nur irre. Und es macht Sinn. Hätten die Macher Daenerys jetzt auf einmal doch als gutherzige, wenn auch emotional angeschlagene Herrscherin inszeniert, hätte die komplette Staffel bis zu diesem Punkt noch weniger Sinn gemacht, wie sie es sowieso schon tut. Die Drachenkönigin wird zur Mad Queen. Natürlich ist diese Wandlung viel zu schnell und deshalb nicht gerade ein Meisterwerk in der Figurenentwicklung. Am Ende dann aber so weit zu gehen und Daenerys einfach eine ganze Stadt zerstören zu lassen, ist beeindruckend. Und – Entschuldigung, wenn ich mich wiederhole – herrlich kompromisslos.

Mit der Attacke Drogons hat Daenerys ihren Truppen das Zeichen gegeben, dass jetzt das Vernichten dieser Stadt und all ihrer Bewohner angesagt ist. Mütter werden vor ihren Kindern getötet. Moral? Was ist das? Wir bekommen einige fantastische Kampfszenen präsentiert, die Unbefleckten und die Dothraki stehen hierbei im Mittelpunkt. Jon muss einen seiner eigenen Leute töten, als dieser versucht, eine Frau in eine Gasse zu ziehen und zu vergewaltigen. In diesen schnellen und hektischen Szenen gibt es eine klitzekleine Sequenz, die mir sehr gut gefallen hat. Jon versucht die Truppen zum Aufhören zu bewegen und wird in diesem Moment angegriffen. Der Blick von Grauer Wurm ist hier großartig. Er macht deutlich, dass er keinerlei Verbindung zu Jon hat, dass er ihm nichts schuldig ist und bestimmt nicht auf ihn hören wird. Er nimmt seine Befehle immer noch von Daenerys entgegen.

Am anderen Ende von Königsmund hat es Euron irgendwie lebend aus der Vernichtung der Eisernen Flotte geschafft. Und wer läuft ihm da über den Weg? Jaime. Wir werden Zeuge vom unverwechselbaren Feinsinn des Eisenmanns, bevor ein Kampf ausbricht. Beide bekommen einige böse Treffer ab. Am Ende macht sich Jaime weiter ins Innere des Roten Bergfrieds auf, während Euron auf einem Stein liegt und langsam zu sterben scheint. Doch er feiert sich als Sieger und betont, dass er der Bezwinger von Jaime Lennister sei. Ein bisschen humoristische Auflockerung angesichts des Massakers ist ja auch völlig okay.

Die Nachricht, dass es nun eine neue Mad Queen gibt, ist jetzt auch bei Cersei angekommen. Wir sehen die einst eiskalte Hexe plötzlich völlig verunsichert und überfordert. Qyburn kann sie zuletzt davon überzeugen, dass ein Rückzug vernünftig ist. Im Hintergrund sehen wir einige grüne Flammen aus dem Rot herausstechen. Da waren also die Verstecke für das Seefeuer. Daenerys vollendet mit dem Niederbrennen von Königsmund endgültig das Werk ihres Vaters.

Der Bluthund und Arya sind unterdessen ganz in der Nähe von Cersei angekommen. Und es wird wieder emotional, denn Sandor bewegt Arya dazu, ihren Racheplänen den Rücken zu kehren. Er erklärt ihr, dass es noch nicht zu spät für sie ist und dass sie nicht wie er, von Rachegelüsten zerfressen, enden sollte. Arya beherzigt seinen Rat und kehrt um. Vorher bedankt sie sich jedoch noch. In dieser Szene wird die Reise dieser beiden Figuren endgültig abgeschlossen. Und wir erkennen, dass der Bluthund wohl doch so etwas wie Zuneigung und Empathie empfinden kann.

Der Rote Bergfried stürzt nun langsam ein und behindert Cersei, Qyburn und den Berg bei der Flucht. Dann kreuzt Sandor ihren Weg. Die Königin befiehlt ihrem Monster, sie weiter in Sicherheit zu bringen, doch dem scheint das relativ egal zu sein. Als Qyburn sich ihm in den Weg stellt, wird dieser kurzerhand weggeschleudert und getötet. Cersei zieht sich aus der Szenerie zurück, denn jetzt ist es so weit: Cleganebowl!

Bevor es allerdings zum lang erwarteten Bruderkampf kommt, begleiten wir Cersei weiter. Und endlich trifft sie auf Jaime. Unter Tränen umarmen sich die beiden, um sie herum fallen immer mehr Trümmer herunter.

Jetzt geht’s aber los! Die Brüder Clegane stehen sich gegenüber und der Kampf beginnt. Inszenatorisch ist das wirklich schön anzusehen, die beiden stehen auf einer Treppe, die Mauern um sie herum sind schon zerfallen oder lösen sich gerade auf, sodass der Himmel und das Chaos in der Stadt zu sehen sind. Und der Bluthund schlägt sich wacker, trifft seinen Bruder mit mehreren tödlichen Schwertstichen, die kein normaler Mensch überleben würde. Leider ist der Berg aber kein normaler Mensch, sondern eine monsterähnliche Kreatur. Hier gelten andere Regeln und so gelingt es dem Ungeheuer, seinen Bruder in die Mangel zu nehmen. In diesem Moment erwartet der Zuschauer, dass Arya zur Rettung springt. Aber der Überraschungsangriff bleibt aus.

Sie ist auf den Straßen von Königsmund unterwegs und sieht all das Leid, welches Daenerys unschuldigen Menschen zugefügt hat, als sie an Verbrannten vorbei rennt. In ihr macht sich Panik breit, sie fällt hin und wird von den hysterischen Menschenmassen überrannt. Eine Frau rettet sie aus dem Chaos und hilft ihr beim Aufstehen. Die Szenen, in denen Arya überrannt wird, sehen wir im schnellen Wechsel mit denjenigen, in denen Sandor mit seinem Bruder kämpft. Wir sehen, wie Aryas Kopf auf dem Asphalt aufschlägt und wie der Bluthund von seinem Bruder gegen eine Wand gepresst wird. Ein erneutes Zeichen für die Verbundenheit der Figuren.

Sandor ist machtlos gegen das Monster. Der Berg hebt ihn in die Höhe, presst ihn gegen eine Wand und setzt dazu an, die Augen seines Bruders auszudrücken. Der kann sich im letzten Moment wehren, indem er einen Dolch in die Augen des Bergs rammt. Doch auch das scheint diesen nicht weiter zu stören. Und so reißt der Bluthund seinen Bruder mit einem Sprung aus dem Palast mit in den Tod. Wir verlieren also einen der absoluten Fan-Favoriten. Genugtuung bleibt jedoch durch das Wissen, dass Sandor in einem normalen Kampf gegen den Berg gewonnen hätte.

Arya taumelt blutend und voller Asche durch die Straßen von Königsmund. Sie will der Frau, die sie gerade gerettet hat, und deren Kindern bei der Flucht helfen, doch die Flammen töten sie und Arya kann im letzten Moment ausweichen. Diese Szenen sind tatsächlich sehr intensiv, man spürt die Ausweglosigkeit der Situation. Ob gerade Arya jedoch die richtige Figur ist, um die Angst und Panik auf den Zuschauer zu übertragen, ist zweifelhaft. Die Assassine, die den Nachtkönig im Alleingang umgebracht hat, ist nun so hilflos?

Cersei und Jaime finden keinen Ausweg aus dem Roten Bergfried. In wenigen Minuten spüren wir noch einmal die Liebe, die diese beiden Figuren verbindet. Vor allem die Verletzlichkeit Cerseis bewirkt, dass diese Szene im Gedächtnis bleibt. Im Angesicht des Todes verfällt sie in Panik und Angst, fleht zitternd um das Leben ihres Kindes. Was Lena Headey, die Schauspielerin von Cersei, hier abliefert, ist ganz großes Kino. Die beiden halten sich in den Armen, als das Gebäude über ihnen einstürzt und sie unter Trümmern vergraben werden.

Wir beenden diese Folge mit Arya, die in der zerstörten Stadt ein Pferd findet und auf diesem aus dem in Schutt und Asche gelegten Königsmund herausreitet.

Die Figur der Folge

Darüber kann man sicherlich streiten, aber für mich ist die Figur der Folge ganz klar Daenerys. Ich bin wirklich kein Fan von der übereilten Charakterentwicklung, die an ihr ausgeführt wird, aber immerhin ist nach The Bells nun klar, dass die Macher die Wandlung der Figur vollständig vollziehen. Diese komplette Empathielosigkeit mit der sie Königsmund in Flammen aufgehen lässt, ist schockierend und macht gerade deshalb so viel Spaß. Diese Szenen haben mich an das alte Game of Thrones erinnert, bei dem die Zuschauer aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen sind, wenn Handlungen völlig unerwartete Wendungen vollzogen haben – wir erinnern uns an die Rote und die Purpurne Hochzeit. So ähnlich habe ich mich nun wieder bei dieser Folge gefühlt. Dank Daenerys.

Der beste Moment der Folge

In dieser Folge war eigentlich für jeden etwas dabei. Wir hatten rührende Abschiede, knallharte Drachenaction und eben den meist erwarteten Kampf des Universums: Cleganebowl! Der Kampf der Brüder ist für mich auch der beste Moment von The Bells. Fans haben so lange auf dieses Aufeinandertreffen gewartet und jetzt war es endlich so weit. Und es hat Spaß beim Zuschauen gemacht. Wie gesagt, war der Kampf toll inszeniert, die Umgebung hat es sogar geschafft, die Auseinandersetzung nochmal aufzuwerten. Ich habe mit dem Bluthund mitgefühlt, als dieser erkennt, dass er seinen Bruder nicht töten kann und hatte Panik, dass der Berg Sandor genauso abfertigt, wie einst Oberyn Martell. Ich war angespannt und gleichzeitig perfekt unterhalten. Was will man mehr?

Fazit

Mit The Bells liefern die Macher die beste Folge der bisher sehr enttäuschenden achten und finalen Staffel ab. Natürlich war diese Folge nicht perfekt, im Gegenteil: Sie hatte viele Macken und Fehler.

Nehmen wir beispielsweise Jaime Lennister. Was genau sollte denn nun eigentlich das Techtelmechtel mit Brienne? Und damit meine ich nicht die Frage, ob er ihr seine Gefühle nur vorgespielt hat oder ob er wirklich in sie verliebt war. Was hat dieser kleine Ausflug der Figur und ihrer Entwicklung gebracht? Meiner Meinung nach absolut gar nichts. Jaime ist in The Bells wieder an dem Punkt, an dem er immer war, nämlich neben Cersei. Und das ist auch völlig legitim und macht für diese Figur wohl auch am meisten Sinn. Wieso man dann aber in The Last of the Starks das Beziehungs-Fass zwischen Jaime und Brienne aufmacht, erschließt sich mir einfach nicht. Hätte man diese Szenen weggelassen, hätten die Macher mehr Zeit gehabt, um sich auf die Abschiede zu konzentrieren und wir hätten Tormund und Sam nicht innerhalb weniger Sekunden abspeisen müssen. Von Geist fange ich hier gar nicht erst an.

Es gäbe noch einige andere Mängel, die man benennen könnte, aber ich will nicht meckern, denn im Endeffekt hatte ich mit The Bells riesigen Spaß. Natürlich hat das Niederbrennen der Hauptstadt die Folge dominiert und für einige fantastische und schockierende Szenen gesorgt. Aber auch abseits gab es Momente, die mich begeistert haben und mich mit Freude auf die nächste und letzte Folge warten lassen. Dieses Gefühl hatte ich seit Staffel 6 nicht mehr.

Interessant wird, wie sich die Dynamik innerhalb der Gefolgschaft von Daenerys ändert. Wer wird wie auf das Massaker reagieren? Und vor allem stellt sich die Frage: Wer wird die neue Mad Queen töten? Denn das dies passieren muss, dürfte nach The Bells klar sein. Ich bin gespannt und habe nun wirklich die Hoffnung, dass die Macher wissen, was sie tun und sich vielleicht nicht mit durchdringender Logik, dafür aber mit einem großen Knall von uns verabschieden.

Weitere Folgenbesprechungen:

Staffel 8 Folge 1|Winterfell: https://lesezeichen.home.blog/2019/04/16/game-of-thrones-staffel-8-der-winter-ist-da/

Staffel 8 Folge 2 | A Knight of the Seven Kingdoms: https://lesezeichen.home.blog/2019/04/22/game-of-thrones-staffel-8-folge-2-a-knight-of-the-seven-kingdoms/

Staffel 8 Folge 3 | The Long Night: https://lesezeichen.home.blog/2019/04/29/game-of-thrones-staffel-8-folge-3-the-long-night/

Staffel 8 Folge 4 | The Last of the Starks: https://lesezeichen.home.blog/2019/05/06/game-of-thrones-staffel-8-folge-4-the-last-of-the-starks/

Staffel 8 Folge 6 | The Iron Throne: https://lesezeichen.home.blog/2019/05/20/game-of-thrones-staffel-8-folge-6-the-iron-throne/

4 Kommentare zu „Game of Thrones|Staffel 8 Folge 5: The Bells

  1. Cersei Killer wird Arya werden. Davon bin ich überzeugt.
    Das wird noch sehr interessant werden mit Jon – Deanerys – Grauer Wurm und Tyrion… sowie Brienne… Ich denke, es gibt einen Showdown in Winterfell und nicht in Königsmund bzw. im Rest, der noch übrig ist…

    Möglicherweise sitzt am Ende Sansa auf dem Eisernen Thron 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Du meinst bestimmt, dass Arya Daenerys und nicht Cersei tötet oder? Ich glaube von der ist nicht mehr so viel übrig 😉
      Ich rechne damit, dass Jon Daenerys umbringt. Sansa am Ende auf dem Eisernen Thron zu sehen, wäre für mich toll. Ich mag die Figur einfach. Aber irgendwie rechne ich fast damit, dass das bestehende System umgeworfen wird und entweder so etwas wie „Demokratie“ eingeführt oder die Hauptstadt aufgegeben wird. Viel ist ja sowieso nicht mehr übrig..
      Aber wir finden es ja bald heraus!

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      1. Na logo… Deanerys Killer Arya 🙂

        Ein Szenario wäre auch, dass Dany sich auf die Eiseninseln zurückzieht… Asha hat sie ja Deanerys als Rückzugsort angeboten. Jon regiert den Süden und Sansa den Norden 😉

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  2. meine theorie ist,bran auf dem thron und daeny wird von jon oder arya getötet,denn die muss ja noch grüne aiugen schließen. ausserdem das mit dem weissen pferd…die vermummte frau in quarth in staffel 2 sagte damals zu daeny was von einer fahlen märe,auf ihm reitet niemand,ausser der tod,so ungefähr war das 😀

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