Game of Thrones | Kritik zur achten und finalen Staffel

Die größte Serie der Welt hat ein Ende genommen. Nach einzelnen Folgenbesprechungen soll nun noch einmal abschließend die gesamte Staffel betrachtet werden. Hierbei gilt eine Spoilerwarnung!

Die letzte Staffel von Game of Thrones hat viel Kritik auf sich nehmen müssen. Einige Fans waren nicht zufrieden mit der Arbeit der Showrunner David Benioff und D.B. Weiss und haben dies lautstark geäußert. Das ist völlig legitim und an manchen Stellen gerechtfertigt. Aber nicht alles war schlecht. In dieser kleinen Review wollen wir uns die positiven und negativen Aspekte der finalen Staffel ansehen.

Was stört an der achten Staffel?

Schauen wir uns zunächst einmal die Punkte an, in denen die letzten sechs Folgen nicht überzeugen konnten:

Die Entwicklung der Figuren

Beginnen wir direkt mit dem größten Problem: Die Genese mancher Figuren macht einfach keinen Sinn oder steht sogar konträr zu den Eigenschaften, die über die letzten Jahre bei einem Charakter etabliert wurden. Nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel: Tyrion. Der einst schlauste Mann in ganz Westeros wird in dieser Staffel endgültig zum ahnungslosen Naivling abgestempelt. Vor allem sein Verhalten gegenüber den Anwärterinnen auf den Thron ist nur schwer anzusehen. Da möchte der Lennister seine Schwester Cersei gefühlt dutzende Male davon überzeugen, den Krieg zu beenden und sich zu ergeben. Eine Abfuhr ist nie genug, dann versucht er es in der nächsten Folge halt nochmal. Auch gegenüber Daenerys bekleckert sich Tyrion nicht mit Ruhm. So ignoriert er beispielsweise ihr Irrewerden, bis es zu spät ist und Königsmund in Schutt und Asche liegt. Für all diejenigen, die nun meinen, dass der Lennister in dieser Situation nicht klar denken kann, weil er hier im Konflikt zwischen seiner Loyalität gegenüber seiner Familie und der Frau, die er als legitime Herrscherin sieht, steht, sei ein anderes Beispiel außerhalb dieses Kontextes genommen: Als die Weißen Wanderer und der Nachtkönig vor Winterfell stehen und alle wissen, dass der Kampf bald beginnt, wird beschlossen, sich in der “sicheren Krypta“ zu verstecken. Der schlauste Mann von Westeros erhebt keine Einwände, als die Grabstätte von zig Starks zum perfekten Versteck vor einem Gegner, der seine Armee aus Untoten zusammensetzt, ernannt wird? Es ist, als hätte man vergessen, wofür Tyrion einst stand.

Für diese Art der unsinnigen Figurenentwicklung gibt es noch zahlreiche andere Beispiele, allen voran: Jaime. Benioff und Weiss scheinen eine Abneigung gegen die Brüder entwickelt zu haben, anders ist der schlampige Umgang mit diesen Figuren nicht zu erklären. Natürlich liegt der Kern dieses Problems beim Writing und keinesfalls bei den Schauspielern und deren Interpretation ihrer Rolle. Nein, es wirkt tatsächlich so, als hätten die Schreiber zwischendurch vergessen, was ihre Figuren auszeichnet und besonders macht.

Vielleicht haben Benioff und Weiss das Finale ihrer Geschichte gekannt oder sogar nur ein spezifisches Bild im Kopf gehabt. Und um dies dann kreieren zu können, haben sie die Figuren und deren logische Entwicklung leiden lassen. Ich bin beispielsweise davon überzeugt, dass die Schaffer beim Nachdenken um die finalen Folgen sofort das Bild von Jaimes und Cerseis gemeinsamem Tod in den Trümmern im Kopf hatten. Und die Szene sah ja auch wirklich fantastisch aus. Aber der Weg bis zu diesem Punkt macht einfach keinen Sinn. Jaime ist der Mann, der die größte Wandlung durchgemacht hat. Er hat sich vom verhassten Großkotz zu einem Fanliebling entwickelt, der sich langsam aber sicher von seiner Cersei lossagt. Das passt nun aber leider nicht zu diesem gewünschten Szenenbild, schließlich soll dieses einen harmonischen und liebevollen Abschluss der Geschwister präsentieren. Was wird also getan? Mit der Affäre mit Brienne wird ein bisschen Fanservice geliefert, nur um dann Jaimes gesamte Entwicklung und damit alles, wofür wir diese Figur geliebt haben, einzureißen.

Ich finde es nicht schlimm, dass Jaime am Ende doch noch bei Cersei landet. Überhaupt nicht. Aber die erneute Wandlung des Lennister geht einfach zu schnell, sie wird nicht langsam eingeführt, wir sehen keine Gewissensbisse oder ein Zögern bei der Figur. Das führt uns zum zweiten großen Problem der letzten Staffel.

Wir haben doch keine Zeit!!

Mit sechs Folgen ist diese finale Staffel viel zu kurz geraten. Es gibt kaum einen Handlungsstrang der seine verdiente Aufmerksamkeit bekommt. Um neben dem oben genannten Jaime noch eine andere Figur zu nennen, die unter dieser Kürzung gelitten hat: Daenerys. Auch hier finde ich die Entwicklung des Charakters logisch, die Drachenmutter zur nächsten Mad Queen zu machen, hat durch ihre Familiengeschichte Hand und Fuß. Außerdem ist diese Wandlung unterhaltsam. Wir fiebern mit, wenn die Figur, deren Leid wir seit der ersten Folge miterlebt haben und auf die wir geradezu stolz waren, als sie sich emanzipiert und erhoben hat, auf einmal der schlimmste Charakter der ganzen Serie wird. Aber diese Umkehr darauf zu beschränken, dass einzelne Figuren (vor allem in The Last of the Starks) den emotional mitgenommenen Zustand der Drachenmutter kommentieren, ist lächerlich. Zumal: Daenerys hat gerade ihre beste Freundin und eines ihrer Kinder sterben sehen. Ist da ein wenig Trauer nicht normal? Scheinbar nicht. Sie wird direkt zur wahnsinnigen Furie auserkoren, vor der man sich von nun an in Acht nehmen muss. Und dann brennt auch schon Königsmund.

Das Vorgehen der Autoren erschließt sich mir in diesem Zusammenhang wirklich nicht. Das hängt vor allem damit zusammen, dass ich einfach nicht glauben will, dass sie diesen Wandel von Daenerys nicht bereits vor der letzten Staffel im Kopf hatten. Wenn ich aber doch weiß, wohin ich mit dieser Figur gehen will, dann deute ich die Entwicklung langsam und subtil an, so wie wir es früher eben von Game of Thrones gewohnt waren. Auf diese Art und Weise ahnt der Zuschauer schon, dass diese Figur sich verändern wird, ist angespannt und fiebert mit. Das ist hier leider nicht der Fall. Sollte es sich bei der Entwicklung der Drachenmutter also doch um einen spontanen Geistesblitz handeln?

Abseits der katastrophalen Darstellungen von Figuren hat auch die Inszenierung mancher Szenen unter der Zeitnot gelitten. Das fällt erneut bei The Last of the Starks auf. Hier erleben wir gleich zwei Mal, wie Figuren über die wahre Identität von Jon Snow aufgeklärt werden. Oder: Wir erleben es eben nicht. Sowohl in der Offenbarung vor Arya und Sansa wie auch in deren manipulativem Gespräch mit Tyrion wird im entscheidenden Moment weggeschnitten. Wer nun positiv denkt, mag der Meinung sein, dass dies bewusst getan wurde, damit die Zuschauer über die jeweiligen Reaktionen spekulieren können und dadurch Spannung entsteht. Leider denke ich, dass es realistischer ist, dass Benioff und Weiss nicht wussten, wie sie die jeweiligen Szenen schreiben sollten und sie deswegen einfach komplett ausgelassen haben.

Das ist in den genannten Situationen ärgerlich, in manch anderen Handlungssträngen aber nahezu fahrlässig. So erleben wir in The Long Night den langerwarteten Kampf gegen die Armee des Nachtkönigs. Wir starten in diese Serie mit dem Mysterium um die Weißen Wanderer und erleben eine Entwicklung: Aus einer geheimnisvollen Bedrohung werden langsam echte Gegner, die den Untergang von Westeros bedeuten können. Auf diesen Krieg haben wir hingearbeitet. Ich finde es nicht schlimm, dass Arya den Nachtkönig in einem kurzen Assassinen-Moment tötet und sich damit die gesamte Anspannung auf einen Schlag entlädt. Es ist eher der folgende Umgang mit den Gegnern, der mich stört. Denn das Thema ist einfach abgehakt. Keine Figur denkt noch einmal über das Geschehene nach. Alles was bleibt, ist das Schweigen über die größte Bedrohung für den gesamten Kontinent. Damit wird den Feinden die Kraft genommen, es wird so dargestellt, als ob keine Figur eine emotionale Belastung durch den Anblick des Todes erlebt hätte. Alle leben einfach weiter, als wäre nichts passiert.

Es ist eine Herausforderung, eine so große und beliebte Serie wie Game of Thrones zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen. Da lastet viel Druck auf den Showrunnern. Vielleicht möchten sie ihre eigenen Ideen verwirklichen, gleichzeitig aber auch die Wünsche der Fans beachten. In manchen Momenten wirkt es jedoch, als würde schlicht und einfach die Liebe und das Verständnis für das von George R.R. Martin kreierte Universum fehlen.

Verkauft ihr uns für dumm?

Es gibt Momente, in denen offensichtlich ist, dass die Verantwortlichen nicht wirklich über die Inszenierung und die Konsequenzen, die diese für weitere Handlungsstränge hat, nachgedacht haben.

Da hätten wir die Goldene Kompanie, die in der Serie aus 20.000 Mann bestehen soll – übrigens 10.000 mehr als in den Büchern. Wieso wird diese Zahl genannt, wenn in The Bells, der einzigen Folge, in der man die Söldner in voller Pracht sieht, nur wenige Hunderte vor den Toren von Königsmund stehen? Muss ich diese Zahl wirklich größer machen, weil ich auf Effekthascherei aus bin? Diese unlogische Inszenierung ist ärgerlich, weil sie vor allem leicht vermeidbar gewesen wäre: Entweder, ich füge mit der magischen Technik von CGI einfach mehr Soldaten in das angesprochene Bild ein oder ich korrigiere die Größe der Söldner nach unten.

Weitere Probleme ergeben sich aus Aussagen der Showrunner in den Inside the Episode-Folgen. Hier wird die jeweilige Folge von Benioff und Weiss besprochen, sie geben ihre Sicht auf die Dinge ab. Eine schöne Idee, wenn manche Sätze das Gezeigte nicht lächerlich machen würden. So bekommen wir als Erklärung für den Überraschungsangriff von Euron in The Last of the Starks den fantastischen und bereits zum Meme gewordenen Satz „Dany kind of forgot about the Iron Fleet“ präsentiert. Schade nur, dass wir wenige Folgen zuvor in einer Lagebesprechung sehen, wie die Eiserne Flotte thematisiert wird. Da leidet wohl jemand unter Gedächtnisverlust. Auch der Umgang mit den Dothraki wird durch eine Aussage in Inside the Episode fragwürdig. Nachdem dieses Volk in The Long Night alleine auf die Gegner zureitet und nach und nach ihre Fackeln erlöschen, gehen wir als Zuschauer davon aus, dass wir gerade das Ende dieser Männer und somit eines gesamten Stammes gesehen haben. Dieser Gedanke wird auch von den Autoren bestätigt: “What they see is just the end of the Dothraki essentially”. Diese Inszenierung ist machtvoll und überraschend, ein echter Beweis dafür, dass die Verantwortlichen sich nicht an die gegebenen Gesetze des Storytellings halten – wäre da nicht die kleine, aber feine Tatsache, dass wir dann in The Bells einige der Dothraki putzmunter und in bester Kampfstimmung wiedersehen.

Wie kann es zu solchen Fehlern kommen? Stimmt der Vorwurf einiger Fans, Benioff und Weiss würden ihre eigene Geschichte einfach nicht genug lieben und dementsprechend keine Sorgfalt in sie investieren? Das könnten wohl nur sie beantworten. Und wenn sie gerade dabei sind, können sie sich auch noch folgender Erkundigungen annehmen:

Drei offene Fragen, die ich an diese Staffel habe

  • Hat Bran die ganze Zeit gewusst, dass er als König vorgeschlagen wird und dementsprechend den Tod von Daenerys, aber auch den zahlreicher Einwohner von Königsmund in Kauf genommen? Ist Bran der größte Manipulator von ganz Westeros oder haben Benioff und Weiss einfach nicht gesehen, welche Auswirkungen das lustlose Akzeptieren des Thronplatzes auf bereits stattgefundene Ereignisse hat?
  • Bronn als stolzer Besitzer von Rosengarten ist schon lächerlich. Aber Meister der Münze? Really? Hat Tyrion wirklich niemanden erzählt, dass Bronn sich diese Position erpresst hat und ist er nun glücklich darüber, dass er mit dem Typ, der ihm vor Kurzem noch die Nase gebrochen hat, zusammenarbeitet?
  • Können irgendwelche versammelten Menschen wirklich über das Schicksal des rechtmäßigen Thronerben entscheiden? Zur Erinnerung: In dieser Runde sitzen unter anderem Brienne und Davos, die mir mit die liebsten Figuren sind, aber einfach keine Entscheidungsgewalt in solchen Anliegen haben dürften. Jon zu einem Targaryen zu machen, war also nur nötig, um den Neid und die Verrücktheit von Daenerys schneller vorantreiben zu können und spielt am Ende gar keine Rolle?

Diese Liste könnte noch eine Weile fortgesetzt werden, die meisten dieser Fragen lassen sich aber wahrscheinlich mit der mangelhaften Qualität des Writings in der finalen Staffel erklären.

Fazit

Autoren sind für die Gestaltung der Figuren, das Zeitmanagement und die glaubhafte Darstellung ihrer Geschichte verantwortlich. Sie müssen sich überlegen, wer ihre Figuren sind und wie sie diese würdig in eine Handlung einbinden wollen. Dafür muss man einen realistischen Plan machen: Was muss zu welchem Zeitpunkt geschehen, damit die Story vorangetrieben wird? Auch schadet es nicht, wenn man an das, was man kreiert, glaubt. Es scheint fast so, als hätten Benioff und Weiss dies in den letzten Folgen verlernt und dem finalen Ausgang somit großen Schaden zugefügt.

Was macht an der achten Staffel Spaß?

Natürlich gibt es auch in dieser Staffel wieder Momente, die unvergesslich sind. Und das meine ich ganz im positiven Sinne.

Keine Show ist so schön anzusehen

Was in der finalen Staffel in puncto Writing schief gegangen ist, wird von der Inszenierung und Gestaltung mancher Szenen abgefangen. Wir haben wieder Bilder geliefert bekommen, die man sich nicht hätte schöner malen können.

Die Einstellungen, die mich am meisten begeistert haben, habe ich in der jeweiligen Folgenbesprechung bereits ausführlich angesprochen, daher nur kurz: In The Bells findet der Kampf der Brüder Clegane statt. Um sie herum fällt die Burg bereits in sich zusammen, sodass man neben der Auseinandersetzung auch das Geschehen draußen im Blick hat. Wir sehen Flammen lodern und Daenerys, die auf dem feuerspeienden Drogon vorbei fliegt. Die Umgebung hebt diesen Geschwisterkampf auf eine neue Stufe.

claganebowl.0 Eine andere Einstellung, die mich zutiefst beeindruckt, ist diejenige in The Iron Throne, in der Daenerys und Drogon zu einer Einheit verschmelzen. Natürlich sieht dieses Bild auch wieder fantastisch aus, durch seine Aussage wird es aber noch bedeutender: Die Drachenmutter und Drogon gehören zusammen, sie sind die einzigen Familienmitglieder, die den Weg bis zum Eisernen Thron überlebt haben. Behält man diese Szene im Hinterkopf, so wird die Wut und Trauer des Drachen bezüglich dem Tod seiner Mutter noch nachvollziehbarer und emotionaler.

DaenerysDrogonIn diesem Zusammenhang muss natürlich auch das CGI-Team von Game of Thrones genannt werden. Ohne die hätten einige Szenen – und vor allem die Drachen – nicht so grandios ausgesehen.

Man muss mit der Kritik gegenüber den Verantwortlichen vorsichtig sein. Natürlich haben Benioff und Weiss die Geschichte nicht sehr zufriedenstellend zu Ende gebracht und über viele Aspekte, die ihre Arbeit betreffen, darf man sich aufregen. Andere Menschen aus diesem Team haben aber, wie so oft, fantastische Arbeit geleistet und sollten dafür auch anerkannt werden.

Es sind oft die kleinen Momente

Mich hat die finale Staffel vor allem abseits der großen und spektakulären Szenen begeistert. Natürlich ist es unterhaltsamer, wenn ein Drache ein Stadt niederbrennt, aber häufig empfand ich in den kleinen Momenten sehr viel mehr Spaß.

Als Davos beispielsweise in A Knight of the Seven Kingdoms beim Verteilen von Essen an die angespannten Soldaten einem Mädchen gegenübersteht, welches ihn durch ihr vernarbtes Gesicht an Prinzessin Sharin erinnert, habe ich erneut die Trauer dieser Figur gespürt. Er hat seinen kleinen Schützling damals verloren und konnte nichts gegen ihren Tod unternehmen. Es wirkt nun fast so, als wolle er unbedingt vermeiden, dass auch dieses Mädchen ein tragisches Ableben erleiden muss.

Auch in der Beziehung einiger Figuren finden sich kleine Szenen, die fast unbemerkt über den Bildschirm gleiten, jedoch so viel aussagen. Wir spüren in den Blicken von Sansa die Abneigung gegenüber Daenerys und bemerken in kleinen Gesten der Drachenmutter zumindest am Anfang noch den Versuch, so etwas wie eine Freundschaft zwischen ihr und der Stark zu erschaffen. Am meisten überzeugt hat mich aber die Spannung zwischen Grauer Wurm und Jon. Als Jon in The Bells von Feinden angegriffen wird und Grauer Wurm dies sieht, aber ignoriert, sagt das alles über die Beziehung dieser beiden Figuren aus, was man wissen muss. Hier ist keiner dem anderen etwas schuldig und dementsprechend agieren die Charaktere auch.

Natürlich hat ein großer Teil der nun genannten Aspekte mich nicht nur wegen dem Writing überzeugt, sondern auch vor allem wegen den Schauspielern. Ohne deren Klasse und der Verbundenheit zu ihren Rollen wäre die Show niemals das geworden, was sie trotz aller Kritik für viele Fans immer noch ist: die größte Serie der Welt.

Die Schauspieler

Natürlich gebührt allen Schauspielern, die in dieser Serie mitwirkten, großer Respekt. Es waren jedoch vor allem zwei Szenen in der finalen Staffel, in denen mir klar wurde, welches Talent hier eigentlich auf dem Bildschirm zu sehen ist.

Als Tyrion und Jaime sich in The Bells ein letztes Mal sehen, wird es ganz besonders gefühlvoll. Der kleine Bruder bedankt sich für die Hilfe und Liebe, die er von Jaime erfahren hat. Die Schauspieler tragen diese Szene, die im Writing mal wieder ihre Schwächen hat. Wir spüren in jedem Moment die Tragweite, die dieses Gespräch für Tyrion und Jaime hat und sind dementsprechend völlig mitgerissen. Es scheint, als würden sich hier nicht nur die Figuren, sondern auch Peter Dinklage und Nikolaj Coster-Waldau nach jahrelanger Zusammenarbeit voneinander verabschieden.

Am herausstechendsten finde ich in der finalen Staffel aber (mal wieder) Lena Headey. Ich bin durch die Serie wirklich großer Fan dieser Frau geworden, sie war häufig der Grund, warum ich Game of Thrones gefeiert habe. Klar, in den letzten Folgen war sie kaum zu sehen und wenn, dann hat sie Wein getrunken. Aber dann kam die letzte Folge und mit ihr der Untergang ihrer Figur Cersei. Es ist beeindruckend, mit anzusehen, wie diese Schauspielerin den Sinneswandel ihres Charakters ausarbeitet und präsentiert. Am Anfang noch die eiskalte und vom Sieg überzeugte Hexe, ist sie am Ende eine gebrochene Frau, die einfach nur für ihr Kind überleben will.

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Während diese drei Schauspieler für mich herausstechen, gilt natürlich auch für alle anderen Darsteller, dass sie tolle Arbeit geleistet haben. Vor allem Emilia Clarke, die ich in ihrer Rolle als Daenerys nie wirklich mochte, hat in der letzten Staffel richtig gut abgeliefert. Ich finde, dass man bei jedem Schauspieler die Verbundenheit zum porträtierten Charakter spürt. Dementsprechend bin ich glücklich, dass nicht alle, aber immerhin einige meiner Lieblingsfiguren – trotz des holprigen Writings – einen würdigen Abschluss gefunden haben.

Nicht alle, aber viele Figuren haben ein schönes Ende bekommen

Ich persönlich habe das Finale vor allem hinsichtlich der Krönung von Bran und der Ernennung von Bronn als Meister der Münze nicht gemocht, aber manch andere Charaktere haben einen Ausgang bekommen, mit welchem ich voll und ganz zufrieden bin. Natürlich war der Weg zu diesem Ziel teilweise nicht nachvollziehbar oder gar widersprüchlich, aber das Ende vieler Figuren hat mir dann doch Freude bereitet. Hier meine Top 5:

  • Jon Snow: Ich finde es überaus passend, dass Jon am Ende wieder nördlich der Mauer landet. In der Zeit, in der er dort gelebt hat, hat sich sein wahrer Charakter  offenbart. Nur hier kann er er selbst sein, abseits aller politischer Machtspielchen, die ihn sowieso nicht interessieren,
  • Arya Stark: Arya beendet die Serie mit dem Ausblick auf eine Entdeckungsreise westlich von Westeros. Dieses Ende passt perfekt zu der Figur, die Rolle der Abenteurerin ist wie gemacht für sie.
  • Sansa Stark: Wahrscheinlich mein liebstes Ende. Ich habe diese Figur immer gemocht, auch, als sie angefangen hat, ihre kleinen Intrigen zu schmieden. Sie als Königin des Nordens zu sehen, fühlt sich wirklich gut an.
  • Theon Graufreud: Einer der wenigen Tode, der mich wirklich traurig gemacht hat. Theon am Ende bei der Verteidigung seiner zweiten Familie zu sehen, ist schön und lässt auch diese Figur ihren Weg perfekt abschließen.
  • Podrick Payne: Podrick wird in der letzten Folge “Ser“ genannt und wir wissen alle, was das heißt: Er wurde zum Ritter geschlagen. Diese Information bekommt man zwar wirklich nur in einem Nebensatz mitgeteilt, aber umso schöner ist sie.

Fazit

Nein, es war nicht alles perfekt. Im Gegenteil: Beim Betrachten der finalen Staffel gibt es tatsächlich mehr negative als positive Aspekte aufzuzählen. Ich finde allerdings, dass diese positiven Aspekte nicht nur gut waren, sondern fantastisch. Wegen ihnen bin ich zwar kein großer Fan der letzten Staffel, werde sie aber trotzdem in Erinnerung behalten und in einiger Zeit sicherlich nochmal anschauen.

Wie war die achte Staffel und der finale Ausgang von Game of Thrones?

Die ersten beiden Folgen, Winterfell und A Knight of the Seven Kingdoms, konnten mich nicht nur überzeugen, sondern haben mir wirklich Spaß gemacht. Wir sehen die Zusammenkunft von Charakteren und deren Verbindungen. Danach ging es leider bergab. The Long Night konnte zwar mit einigen erstaunlichen Actionszenen überzeugen, war insgesamt aber auch eher unbefriedigend. Ob es nun die dummen taktischen Entscheidungen unserer Helden waren oder die Tatsache, dass man sowieso fast nichts gesehen hat – diese Folge hat einen bitteren Beigeschmack hinterlassen. Aber es ging tatsächlich noch schlimmer: Mit The Last of the Starks bekommen wir die schlechteste Folge dieser Staffel präsentiert. Sie war darauf ausgelegt, den Wahnsinn von Daenerys zu etablieren und hat mich dementsprechend kopfschüttelnd ob der unsinnig schnellen Wandlung der Protagonistin zurückgelassen. Auch das ewige Wegschneiden bei entscheidenden Momenten hat mich wahnsinnig gemacht. Mit The Bells ging es dann noch einmal ein wenig bergauf. Die Beurteilung dieser Folge ist natürlich stark mit der Glaubhaftigkeit des Verrücktwerdens von Daenerys verknüpft. Ich war an diesem Punkt allerdings schon so weit, dass ich den Wandel einfach akzeptiert habe. Blendet man die völlig übereilte Umkehr zur Mad Queen aus, ist diese Folge voller spektakulärer Einstellungen, die zumindest unterhalten. In The Iron Throne haben sich dann schöne und dämliche Momente im Sekundentakt abgewechselt. Ich fand die Inszenierung toll, vor allem die ruhigen Momente, in denen Tyrion oder Jon durch Königsmund laufen, lassen eine gute Atmosphäre aufkommen. Andere Entscheidungen – Stichwort Bran und Bronn – haben mir diese Folge dann allerdings ordentlich vermiest.

Das war’s also. Game of Thrones ist vorbei und damit auch meine Reviews über die Serie. Es hat Spaß gemacht über diese Staffel zu schreiben, vor allem, weil es so viele Streitpunkte gibt. Denn – das muss man Benioff und Weiss lassen – zu sagen, dass die Menschen nicht leidenschaftlich über das Finale diskutieren, wäre gelogen. Wir dürfen nun gespannt sein, wie George R.R. Martin selbst seine Geschichte beendet und müssen hoffentlich nicht mehr allzu lange auf neue Bücher warten.

Die einzelnen Folgenbesprechungen findet ihr hier:

Staffel 8 Folge 1|Winterfell: https://lesezeichen.home.blog/2019/04/16/game-of-thrones-staffel-8-der-winter-ist-da/

Staffel 8 Folge 2 | A Knight of the Seven Kingdoms: https://lesezeichen.home.blog/2019/04/22/game-of-thrones-staffel-8-folge-2-a-knight-of-the-seven-kingdoms/

Staffel 8 Folge 3 | The Long Night: https://lesezeichen.home.blog/2019/04/29/game-of-thrones-staffel-8-folge-3-the-long-night/

Staffel 8 Folge 4 | The Last of the Starks: https://lesezeichen.home.blog/2019/05/06/game-of-thrones-staffel-8-folge-4-the-last-of-the-starks/

Staffel 8 Folge 5 | The Bells: https://lesezeichen.home.blog/2019/05/13/game-of-thronesstaffel-8-folge-5-the-bells/

Staffel 8 Folge 6 | The Iron Throne: https://lesezeichen.home.blog/2019/05/20/game-of-thrones-staffel-8-folge-6-the-iron-throne/

 

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